Kompatscher bezeichnet Minderheitensprachen als europäischen Wert

30.09.2026, 11:11

Landeshauptmann Kompatscher hebt beim "EU Languages Day" im Europäischen Parlament die Bedeutung der Autonomie für den Schutz und die Entwicklung der Minderheitensprachen hervor

"Wir wollen der Gemeinschaft etwas zurückgeben, denn viele Nationen haben uns geholfen, dieses Schutzsystem zu erhalten", unterstrich Landeshauptmann Arno Kompatscher in Brüssel. (Foto: LPA/Mirco Paradiso)
"Wir wollen der Gemeinschaft etwas zurückgeben, denn viele Nationen haben uns geholfen, dieses Schutzsystem zu erhalten", unterstrich Landeshauptmann Arno Kompatscher in Brüssel. (Foto: LPA/Mirco Paradiso)

BRÜSSEL (LPA). "Vielfalt ist keine Gefahr für die Einheit der Staaten, sie ist ein Reichtum. In Vielfalt geeint zu sein, das ist Europa" - Dies hat Landeshauptmann Arno Kompatscher am 29. September bei der Veranstaltung "EU Languages Day: Regional & Minority Languages – Enriching Diversity" im Info Hub des Europäischen Parlaments in Brüssel betont. Eingeladen hatte der Abgeordnete Loránt Vincze, Vorsitzender der Minority Intergroup, in Zusammenarbeit mit der Föderalistischen Union Europäischer Nationalitäten (FUEN). Die begleitende Ausstellung eröffnete Parlamentspräsidentin Roberta Metsola.

Kompatscher erinnerte an das 80-Jahr-Jubiläum des Gruber-De-Gasperi-Abkommens, der Grundlage der Südtiroler Autonomie, das in Anwesenheit der Staatspräsidenten Italiens und Österreichs gefeiert worden war (LPA hat berichtet). Die Autonomie habe es ermöglicht, Kultur und Sprachen nicht nur zu bewahren, sondern weiterzuentwickeln. Das gelte für die deutschsprachige Minderheit in Italien ebenso wie für die ladinische, die mit rund 30.000 Sprecherinnen und Sprechern zu den kleinsten Europas zähle. "Muttersprache hilft den Menschen, sich selbst auszudrücken", sagte der Landeshauptmann.

Südtirol sei einst eine arme Region gewesen und habe dank der Autonomie Kultur, Sprachen und Wohlstand vereinen können. "Es zeigt sich: Es ist möglich." Daraus erwachse Verantwortung: "Wir wollen der Gemeinschaft etwas zurückgeben, denn viele Nationen haben uns geholfen, dieses Schutzsystem zu erhalten." Südtirol habe die Initiative Minority SafePack gemeinsam mit anderen unterstützt und werde diesen Weg gemeinsam mit den europäischen Minderheiten weitergehen. "Minderheitensprachen sind ein europäischer Wert", schloss Kompatscher.

Weitere Redner waren Sabine Verheyen, Erste Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, Andriy Zayats, Leiter des Büros des Europarats bei der Europäischen Union in Brüssel, und FUEN-Präsidentin Olivia Schubert. Musikalisch gestalteten den Anlass Panna Katalin Demeter mit Liedern auf Csángó-Ungarisch und Pieter Gysbert Zijlstra mit friesischsprachigem Hip-Hop. Im Anschluss folgte eine geführte Tour durch die Ausstellung, die die Vielfalt der Regional- und Minderheitensprachen in Europa sichtbar macht.

pio